Ich habe mir gerade die ZiB-Spezial „Hitzewelle in Europa“ angeschaut. Seufz.
Wenn über Krieg berichtet werden würde, wie über die Klimakrise, dann würde das so ablaufen:
(Sendungs-)Titel: „Drohnenrekord in Ostösterreich“
Einleitung: So viele Drohnen wie noch nie sind auf die Region runtergegangen. Das sorgt für einige Herausforderungen in der Bevölkerung.
Umfrage „Was machen Sie gegen den Drohnenhagel?“
Passant 1: „Ich schau, dass ich nicht zu viel im Freien bin. Man gewöhnt sich daran.“
Passant 2: „Wir wohnen im Erdgeschoss von einem recht hohen Haus, da sind wir recht sicher. Wenn ich mehr zu Hause bin, freut das auch meine Frau. Höhö.“
Passantin 3: „Naja, das Zusammenräumen, wenn es wo gescheppert hat, ist schon mühsam. Aber was soll man machen? Es ist halt so…“
Exptert(innen)-Interview im Studio:
Moderator/in: „Wir begrüßen XY, Expert/in für Zivilschutz. Was soll man tun, wenn es wieder mal Drohnenalarm gibt?“
Expert/in: „Bei Drohnenalarm sollten Sie nicht zum Beispiel im Freien joggen. Am besten, Sie befinden sich unter festem Mauerwerk, nicht nahe an Fenstern. Stellen Sie sich nicht auf Häuserdächer, und versuchen Sie nicht, Drohnen eigenhändig aufzufangen. Viel besser ist es, Schutz zu suchen. Am besten in befestigten Kellern.“
Moderator/in: „Und wenn es einmal einschlägt?“
Expert/in: „Dann versuchen Sie, etwaige Brände zu löschen. Wasser und nasse Decken eignen sich dazu. Sollte jemand getroffen sein, rufen Sie unverzüglich die Rettung. Schnelles Reagieren kann hier Leben retten.“
Moderator/in: „Können, ja müssen wir uns auf noch mehr Drohnen einstellen?“
Expert/in: „Hier sind sich die Fachleute ziemlich einig: ja. Aber wir wissen ja, dass Prognosen schwierig sind – ganz besonders, wenn sie die Zukunft betreffen (lacht).“
Moderator/in lacht.
Blabliblabublablubb
Moderator/in: „Na dann hoffen wir, dass wir unbeschadet durch das nächste Drohnengeschwader kommen. Danke für Ihren Besuch…“
Eingespielter Beitrag über einen Bauunternehmer. „Ja, wir haben so viel wie noch nie zu tun. Aber das Arbeiten unter Drohnen-Bedrohung ist halt schon sehr schwierig und auch für meine Mitarbeiter nicht ungefährlich. Oft wird außerdem das Neu-Aufgebaute gleich wieder getroffen, und dann geht die Arbeit von vorne los. Aber dann haben die Bewohner oft gar kein Geld mehr oder sind tot. Wir sind daher übergegangen, erst nach dem zweiten Drohneneinschlag mit der Arbeit zu beginnen.“
Abmoderation: „Wir sehen, die neue Drohnen-Realität erfordert von der ganzen Bevölkerung viel Flexibilität… Wir kommen nun zum Wetter.“
So wäre Kriegsberichterstattung im Stile der Klimakrisen-Coverage. Kein Wort über Verantwortliche. Kein Wort über politische Zusammenhänge. Kein Wort über den Gegner.
Seufz.